Wale beobachten & Tauchen

Tauchgründe wie im Roten Meer und Walbeobachtungen.

„Noch nie ist einem wilderen Raubtier ein sanfterer Name angedichtet worden!“ soll ein verzweifelter Seemann angesichts des sturmgepeitschten Pazifiks , des „Stillen“ Ozeans, ausgerufen haben. Dass der Südwesten Kanadas , die Gegend um Vancouver , dass die Stadt selbst sich eines solchen guten Ruf unter Kanadas Städten erfreut, dass diese Region von den elementaren Gewalten des Pazifiks verschont bleibt , verdankt sie einem 400 km langen Wellenbrecher: Vancouver Island. Aber auch diese Insel selbst, die wie ein gigantisches, zerschossenes, zernarbtes Schlachtschiff vor der Küste auf Grund liegt, ist eine Reise wert. Kaum irgendwo anders liegen so tiefe, regenwaldgesäumte Fjorde und himmelhohe Schneegipfel so nahe beieinander. Vor der Westküste liegen, im Bereich der Broken Islands, ganz besonders eindrucksvolle Tauchgründe, von denen das renommierte Magazin „National Geographic“ schreibt, dass sie nur noch von denen des Roten Meeres übertroffen werden. Zu den Besonderheiten gehören nicht nur eine eindrucksvolle Unterwasser-Flora und –Fauna mit Riesenkraken, Killer – und Grauwalen, Seewölfen, Tigerrochen, Seehunden usw. sondern auch der umfangreichste Schiffsfriedhof der kanadischen Westküste mit einer ganzen Anzahl von Wracks. Der Ausgang für Tauchtouren und Walbeobachtungen ist Ucluelet und Tofino. Von Vancouver aus mit der Fähre nach Victoria oder Nanaimo, ab dort gibt es Busverbindungen nach den oben genannten Orten am 12 km langen weißen Sandstrand von Long Beach. Vancouver Island ist 32 000 qkm groß, über 400 km lang und Rest eines vor Urzeiten halb versunkenen Gebirges. Doch dieser Rest ist noch erhaben genug: Er ragt immer noch über zweitausend Meter hoch in die Wolken.

Von den größten Lebewesen der Welt, den Walen, ist der Grauwal, gray whale, am weitesten verbreitet. Der Lebensraum dieses Säugers ist das Polarmeer, doch zur Aufzucht der Jungtiere findet er sich jedes Jahr in der Baja California in Mexiko ein. Auf dem Weg dorthin und wieder zurück, zieht er an der gesamten nordamerikanischen Pazifikküste entlang. So auch an Vancouver Island. Eine weitere Spezies die oft in kanadischen Gewässern auftauchen sind die Killerwale (Orcas), die genau genommen zu den Delphinen zählen. Ein böser Name für ein schönes , doch blutrünstiges Tier! Orcas nähren sich vorwiegend von anderen warmblütigen Meeresbewohnern, die sie in Rudeln – ähnlich der Wolfstaktik-anfallen. Unerbittlich töten sie auch andere Großwale. Sie sind ausgesprochen starke, wendige und schnelle Jäger, die bis zu 26 Knoten erreichen. Da sie höchst gelehrig sind, verzichtet kein Aquarium oder „Marine Land „ in Nordamerika auf ihre Kunststücke. (z.B. in Vancouver ). Sie werden bis zu 10 m lang und 9 – 10 t schwer.

Im Gegensatz zu den Orcas sind die Buckelwale freundliche Vertreter ihrer Art. Der Humpback Whale ist ein oft gesehener Gast an der Küste von Alaska bis British Columbia. Buckelwale sind sehr verspielt, sie springen häufig und können oft von den großen Fähren aus beobachtet werden. Auch er ist mit 16 m und über 40 Tonnen ein ordentlicher Brocken.

Weitere Adressen zum sogenannten „Whalewatching“ sind das Gebiet um Campbell River , dem Lachs-Angelzentrum der Welt und Port Hardy an der Ostküste von Vancouver Island.

Aber auch wer es nur bis zur Hauptstadt von British Columbia nach Victoria schafft, kann sich dort verschiedenen Unternehmen anschließen, die Fotojagd auf die riesigen Grau-und Buckelwale machen, auf ihrem langen Weg von den arktischen Gewässern nach Mexiko.

Auskünfte erteilen: Tourism British Columbia 1117 Wharf Street Victoria B.C. V8W 2Z2 Canada

Roland Kiemle